Wie lange hält eine Matratze?
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Nach wie vielen Jahren soll man seine Matratze austauschen? Warum werden Matratzen überhaupt mit der Zeit schlechter? Gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Matratzen Technologien? Und wie erkennt man überhaupt ob die eigene Matratze das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat?
All diese Fragen beantworten wir in diesem Artikel 😉
Wir verbringen Jahr für Jahr an die 3000 Stunden auf unserer Matratze. Und während wir uns dabei (hoffentlich) erholen, leistet die Matratze Schwerstarbeit, indem sie uns trägt und stützt. Es liegt also auf der Hand, dass Matratzen sich mit der Zeit abnutzen und ausgetauscht werden müssen.
Prinzipiell gibt es zwei solcher "Alterungsprozesse": Einerseits eben den strukturellen Verschleiß durch das Tragen des Körpergewichts, was dazu führt, dass die Materialien ihre Stützkraft mit der Zeit verlieren. Schaumstoff wird porös, Federn verlieren ihre Spannkraft und es entstehen die berüchtigten "Liegekuhlen" oder "Gruben", die Ihre Wirbelsäule in eine ungesunde Position zwingen. Im Umgangston spricht man dann auch oft davon, dass die Matratze "durchgelegen" ist.
Und andererseits läuft parallel dazu auch noch die hygienische Alterung: Jede Nacht verlieren wir bis zu einem halben Liter Flüssigkeit durch Schweiß. Zusammen mit Hautschüppchen und Staub entsteht über die Jahre ein idealer Nährboden für Hausstaubmilben, Bakterien und sogar Schimmelpilze. Aus diesem Grund empfehlen wir oftmals den Austausch der Matratze nach 8-10 Jahren unabhängig vom strukturellen Zustand.
| Matratzentyp | Lebensdauer |
|---|---|
| Bonellfederkern | 6-8 Jahre |
| Taschenfederkern | 10-12 Jahre |
| Kaltschaum | 6-12 Jahre |
| Naturlatex | 10-15 Jahre |
| Kokos | 12-15+ Jahre |
Federkernmatratzen sind ein Klassiker und bekannt für ihre Stabilität und gute Belüftung. Ihre Lebensdauer liegt im Schnitt bei 6 bis 12 Jahren, hängt aber entscheidend von der verbauten Technologie ab. Der wichtigste Unterschied besteht zwischen dem einfachen Bonellfederkern und dem hochwertigeren Taschenfederkern.
Bei Bonellfederkernen sind die Stahlfedern miteinander verbunden, was zu einer flächenelastischen Federung führt. Das bedeutet, die Matratze schwingt bei Bewegung stärker mit und gibt großflächig nach. Sie sind oft deutlich günstiger, neigen aber schneller zur Grubenbildung und sind daher eher für leichtere Personen (bis etwa 80kg) oder Gästebetten geeignet.
Die hochwertigere Variante der Federkernmatratze ist der sogenannte Taschenfederkern. Jede einzelne, meist tonnenförmige Feder (siehe Foto oben) ist in eine separate Stofftasche eingenäht. Dadurch reagieren die Federn unabhängig voneinander, was eine hohe Punktelastizität ermöglicht. Dies führt zu präziser Anpassung an die Körperkonturen, besserer Stützung der Wirbelsäule und reduzierter Bewegungsübertragung (ganz besonders wichtig für Paare!). Taschenfederkern-Matratzen sind deutlich langlebiger und erreichen eine Nutzungsdauer von 10-12 Jahren bei täglicher Nutzung.
Kaltschaummatratzen gehören zu den beliebtesten Matratzentypen und das aus gutem Grund: Sie sind punktelastisch, geräuschlos und bei guter Qualität extrem langlebig. Eine hochwertige Kaltschaummatratze kann eine Lebensdauer von 8 bis 12 Jahren oder sogar länger erreichen. Günstige Modelle können jedoch schon nach wenigen Jahren durchgelegen sein.
Der entscheidende Qualitätsfaktor bei Kaltschaum ist das Raumgewicht (RG). Es gibt an, wie viel Kilogramm Rohmaterial pro Kubikmeter Schaumstoff verarbeitet wurde. Einfach gesagt: Je höher das Raumgewicht, desto dichter, elastischer und formstabiler ist die Matratze. Eine Matratze mit hohem RG hält meist deutlich länger, als eine mit niedrigem RG.
Als Faustregel gilt:
RG unter 30: Nur 2-5 Jahre haltbar, ausschließlich für gelegentliche Nutzung wie Gästebetten geeignet.
RG 30-39: Standardqualität mit 4-6 Jahren Lebensdauer, trotzdem eher Übergangsmatratzen.
RG 40 und höher: Gilt als gute bis sehr gute Qualität für die tägliche Nutzung. Diese Matratzen sind eine langlebige Investition und halten oft 8 Jahre und länger. (Die rechts bzw. oben abgebildete Ergonomic 19/21 Matratze von Elastica hat beispielsweise ein Raumgewicht von 45 kg/m³)
RG 60 und höher: Premium-Qualität mit einer Lebensdauer von über 10 Jahren.
Tipp: Bedenken Sie, dass auch bei einem Raumgewicht von zB 60 kg/m³ die hygienische Alterung fortschreitet & wir trotzdem nach 8-10 Jahren einen Tausch empfehlen würden.
Wer auf Nachhaltigkeit, ein gesundes Schlafklima und maximale Langlebigkeit setzt, ist bei Naturmatratzen genau richtig. Matratzen aus Materialien wie Naturlatex und/oder Kokosfasern gehören zu den haltbarsten am Markt.
Naturlatexmatratzen (wie unsere Matratze Johannes links bzw. oben) sind sehr elastisch und außerordentlich widerstandsfähig gegen Gruben- bzw. Kuhlenbildung. Gewonnen aus dem Milchsaft des Kautschukbaums, sorgt die natürliche Zellstruktur dafür, dass das Material selbst nach jahrelanger intensiver Nutzung zuverlässig in seine Ausgangsform zurückkehrt. So ist eine Lebensdauer von über 10 Jahren durchaus realistisch. Ein weiterer großer Vorteil: Naturlatex ist von Natur aus resistent gegen Hausstaubmilben und Bakterien, was die hygienische Lebensdauer deutlich verlängert.
Kokosfasern werden oft mit Naturlatex kombiniert, um die Elastizität zu erhöhen und eine festere Unterstützung zu bieten. Kokosfasern gelten als extrem robust, feuchtigkeitsbeständig und werden oft als "beinahe unverwüstlich" beschrieben. Ganz so weit würden wir nicht gehen, aber 15 Jahre sollten gut und gerne möglich sein. Latexmatratzen mit Kokosfasern verfügen über hervorragende Belüftungseigenschaften und sind ideal für Menschen, die eine sehr (!) feste Matratze bevorzugen.
Interesse geweckt?
Wenn Sie mehr zum Thema Naturlatexmatratzen vs. Kaltschaum erfahren möchten haben wir hier einen eigenen Blog Artikel dazu.
Kuhlenbildung (Grubenbildung) ist das offensichtlichste Anzeichen: Sichtbare Vertiefungen, besonders im Schulter- und Beckenbereich, die auch nach dem Aufstehen nicht verschwinden. Eine Kuhle von 2 cm Tiefe oder mehr gilt als klares Signal für einen notwendigen Austausch. Dies lässt sich einfach überprüfen: Legen Sie einen geraden Gegenstand (etwa einen Besenstiel - siehe Foto) quer über die Matratze und messen Sie mit einem Maßband die Tiefe der Vertiefung.
Morgendliche Schmerzen sind ein starkes Warnsignal: Regelmäßiges Aufwachen mit Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen deutet darauf hin, dass die Matratze die Wirbelsäule nicht mehr korrekt stützen kann. Eine durchgelegene Matratze zwingt die Muskulatur, über Nacht zu arbeiten, um die Haltung zu stabilisieren.
In diesem Fall wird der Austausch der alten Matratze die Schlafqualität signifikant verbessern.
Wir hören immer wieder Geschichten von KundInnen die erzählen, dass sich ihre Rückenschmerzen durch eine neue Matratze quasi "über Nacht" gelegt haben.
Unruhiger Schlaf - häufiges Drehen und Wenden auf der Suche nach einer bequemen Position ist ein Indiz dafür, dass der Körper nicht mehr ausreichend gestützt wird, was die Tiefschlafphasen stört.
Anhaltende Gerüche - ein muffiger oder unangenehmer Geruch, deutet oft auf Ansammlungen von Schimmel, Bakterien und Milben im Matratzenkern hin.
Tiefe Verfärbungen - gelbliche Flecken (siehe Foto) sind ebenfalls Indizien für Feuchtigkeitsansammlungen und potenziellen Schimmelbefall.
Verstärkte Allergien - das Aufwachen mit verstopfter Nase, juckenden Augen oder anderen Allergiesymptomen kann auf eine hohe Konzentration von Hausstaubmilben und deren Allergenen hinweisen.
Viele Menschen vergessen darauf, dass auch der Lattenrost "schlecht werden" kann. Wenn Kunden von einer durchgelegenen Matratze sprechen, empfehlen wir daher immer, die Matratze auf den Boden zu legen und dann den oben beschriebenen Test zur Kuhlenbildung durchzuführen. Sehr oft ist nämlich der Lattenrost und nicht die Matratze schuld. Denn mit der Zeit verlieren die Holzleisten an Spannung – besonders in den stark belasteten Zonen wie Schulter und Becken. Ein verschlissener Lattenrost kann die Matratze nicht mehr richtig unterstützen und mit der Zeit dazu führen, dass die Matratze tatsächlich schneller durchhängt und so ihre Lebensdauer verkürzt wird.
Als Faustregel gilt: Ein hochwertiger Lattenrost hält etwa 15 bis 20 Jahre, sollte aber bei jedem Matratzenkauf überprüft und spätestens bei jedem zweiten Matratzenwechsel (also nach ca. 15-20 Jahren) ausgetauscht werden. Achten Sie dabei unbedingt auf durchhängende Leisten, gebrochene bzw. fehlende Latten, quietschende Geräusche und das Gefühl, dass die Matratze durchhängt, obwohl sie noch relativ neu ist.
Was wäre, wenn Sie Ihre Matratze nie wieder komplett austauschen müssten? Was, wenn Sie nur die verschlissenen Teile ersetzen könnten, statt das gesamte Produkt wegzuwerfen? Genau diese Frage hat uns zur Entwicklung der Kuttin-Matratze inspiriert - eine Matratze fürs Leben!
Die Kuttin-Matratze basiert auf einem innovativen Baukastensystem mit austauschbaren Schaumstoffelementen in sechs verschiedenen Härtegraden. Diese werden präzise nach Ihrem Körpergewicht, Ihrer Größe und Ihrem Geschlecht konfiguriert, sodass Sie eine für Ihren Körper maßgeschneiderte Matratze erhalten.
Das Besondere: Unsere Matratze besteht aus einem robusten Basismodul, das oft über 15 Jahre hält, und darauf aufbauenden Stützelementen. Wenn einzelne Elemente durchgelegen sind, müssen Sie also nur die betroffenen Module austauschen - nicht die gesamte Matratze. Das schont sowohl die Umwelt als auch Ihre Geldbörse.
Diese Modulariät der Matratze zahlt sich natürlich auch bei jeder Art von körperlicher Veränderung aus: Gewichtszunahme oder -abnahme, Schwangerschaft, sich ändernde Schlafgewohnheiten oder körperliche Beschwerden. Bei herkömmlichen Matratzen bedeutet das oft: alles neu kaufen. Bei der Kuttin-Matratze tauschen Sie einfach einzelne Module aus. Alle Module sind jederzeit einzeln nachbestellbar und lassen sich problemlos selbst austauschen.
Unser Online-Konfigurator berechnet aufgrund Ihrer Körpermaße die optimale Zusammenstellung. In den ersten 30 Tagen nach dem Kauf tauschen wir einzelne Module gerne auch kostenlos aus, falls die Konfiguration nicht perfekt passt. Und auch danach steht Ihnen unser Nachbetreuungsservice zur Verfügung - per Telefon, E-Mail oder persönlich in unseren Studios in Spittal und Klagenfurt.